Ausarbeitung

Eine Ausarbeitung wird in physischer Form, als Dokument, Zeichnung, künstlerisches Objekt, Video usw. erstellt, aus der der Kompetenzerwerb anhand einer definierten Aufgabenstellung hervorgeht. Eine Ausarbeitung kann als Sammelbezeichnung für zahlreiche andere Prüfungsformen verstanden werden, in Abhängigkeit von den konkreten Bestimmungen in den jeweiligen Prüfungsordnungen entsprechen folgende Prüfungsformen hinsichtlich ihrer charakteristischen Merkmale häufig einer Ausarbeitung: Studienarbeit, Projektarbeit, Fallanalyse, Dokumentation, Hausarbeit, (E-)Portfolio, Seminararbeit, Bericht, Take-Home-Exam, Prüfungsstudienarbeit, Modell, Mappe, Zeichnung, CAD-Konstruktion, künstlerisches Objekt, Lerntagebuch.

Mit den ii.oo-Merkmalen für Prüfungsformen wird eine Ausarbeitung wie folgt charakterisiert:

  • Aufsicht: Ohne Aufsicht
  • Prüfungsort: An einem beliebigen Ort
  • Werkzeuge zur Bearbeitung: Papier, Stift, Textverarbeitungsprogramme, fachspezifische Software, Präsentationssoftware usw.
  • Bearbeitungszeit: In einem festgelegten Zeitfenster oder individuelle Zeiteinteilung im Rahmen eines längeren Zeitraums
  • Antwort-Wahl-Verfahren: Möglich
  • Hilfsmittel: Verwendung möglich
  • Einzel-/ Gruppenprüfung: Beides möglich
  • Vorbereitung: Prüfungsaufgaben sind vor der Prüfung bekannt
  • Prüfungssysteme: Moodle und/oder E-Portfoliosysteme

Ergänzungen oder Abweichungen sind möglich, z. B. "Ausarbeitung unter Zeitdruck", "Ausarbeitung unter Zeitdruck ohne Vorbereitung" etc.


E-Portfolio

E-Portfolios (= Elektronische Portfolios) sind digitale Sammlungen mit denen Studierende ihren Lernprozess dokumentieren, reflektieren und präsentieren. Dadurch soll der individuelle Lernprozess sichtbar und nachvollziehbar gemacht werden, sodass Schwachstellen systematisch verbessert und Stärken ausgebaut werden können. Ziel ist es, die Selbstorganisation zu stärken und die Kompetenzentwicklung durch selbstgesteuertes Lernen zu fördern.

Hauptbestandteile von Portfolios sind:

  • Sammlungen von Arbeitsergebnissen
  • Anmerkungen von z. B. Tutor:innen oder Lehrenden
  • Feedback-Möglichkeiten
  • Persönliche Reflexionen

Je nach didaktischer Ausrichtung ergeben sich unterschiedliche Einsatzszenarien. So kann ein E-Portfolio mit Mahara in der Orientierungsphase des Studiums erstellt werden, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich im Studienalltag zurechtzufinden und ihre Studien- oder Schwerpunktwahl zu reflektieren, ggf. mit Unterstützung eines Mentors/ einer Mentorin. Es kann aber auch zur Dokumentation der Lernkompetenz genutzt werden, um den Weg zum Lernziel und die verschiedenen Stufen der Vertiefung von Wissen aufzuzeigen. Auch der Zuwachs an Kompetenzen und Wissen wird im Entwicklungsportfolio reflektiert. Denkbar ist darüber hinaus die Nutzung als persönliche Profilseite und als Portfolio für Bewerbungsverfahren, das sogenannte Präsentationsportfolio. (vgl. Hochschule München 2022)
In den ii.oo-Prüfungsvarianten entspricht das E-Portfolio aufgrund seiner charakteristischen Merkmale einer Ausarbeitung.

Mit den ii.oo-Merkmalen für Prüfungsformen wird ein E-Portfolio wie folgt charakterisiert:

  • Aufsicht: Ohne Aufsicht
  • Prüfungsort: An einem beliebigen Ort
  • Werkzeuge zur Bearbeitung: Textverarbeitungsprogramme, fachspezifische Software, Präsentationssoftware usw.
  • Bearbeitungszeit: Individuelle Zeiteinteilung im Rahmen eines längeren Zeitraums
  • Antwort-Wahl-Verfahren: Nicht zutreffend
  • Hilfsmittel: Verwendung möglich
  • Einzel-/ Gruppenprüfung: Beides möglich
  • Vorbereitung: Prüfungsaufgaben sind vor der Prüfung bekannt
  • Prüfungssysteme: E-Portfoliosysteme

Quelle:
Hochschule München: Mahara – das E-Portfolio der Hochschule München; Abrufbar unter: https://www.hm.edu/lehren/e_learning_center/materialien/mahara.de.html; Stand: 12.01.2023


Mündliche Prüfung

Die mündliche Prüfung erfolgt unter Aufsicht und in einem festgelegten Zeitfenster. Mündliche Prüfungen und die Prüfungsform „Präsentation“ werden in zahlreichen Prüfungsordnungen zusammengefasst bzw. nicht unterschieden. Im Projekt ii.oo sind Präsentationen eine eigenständige Prüfungsform. Es werden somit zwei verschiedene mündliche Prüfungsformen unterschieden. Bei der ersten Form (mündliche Prüfung) erhalten die Studierenden für sie unbekannte Prüfungsaufgaben. Bei der zweiten Form (Präsentation) bereiten sie ein bekanntes Thema/ bekannte Aufgaben für die Prüfung vor.

Mit den ii.oo-Merkmalen für Prüfungsformen wird eine mündliche Prüfung wie folgt charakterisiert:

  • Aufsicht: Immer unter Aufsicht
  • Prüfungsort: Präsenz- oder Fernprüfung möglich
  • Werkzeuge zur Bearbeitung: Papier, Stift, Textverarbeitungsprogramme, fachspezifische Software, Präsentationssoftware usw.
  • Bearbeitungszeit: Genau festgelegtes Zeitfenster
  • Antwort-Wahl-Verfahren: Nicht zutreffend
  • Hilfsmittel: Verwendung möglich, werden vor der Prüfung durch die Lehrenden in einer Hilfsmittelliste festgelegt
  • Einzel-/ Gruppenprüfung: Beides möglich
  • Vorbereitung: Prüfungsaufgaben sind vor der Prüfung nicht bekannt
  • Prüfungssysteme: Moodle und/oder E-Portfoliosysteme

Praktische Prüfung

Bei praktischen Prüfungen (dazu zählen hier auch künstlerische Prüfungen) werden praktische Fertigkeiten geprüft und die Bewertung kann dabei anhand einer mündlichen Erläuterung der praktischen Arbeit und/ oder anhand einer schriftlichen Ausarbeitung in Form eines Arbeits- und Ergebnisberichts erfolgen. Beispiele für eine praktische Prüfung sind: Experimente, Laborversuche, Befragungen usw.

Mit den ii.oo-Merkmalen für Prüfungsformen wird eine praktische Prüfung wie folgt charakterisiert:

  • Aufsicht: Mit oder ohne Aufsicht
  • Prüfungsort: Präsenz- oder Fernprüfung
  • Werkzeuge zur Bearbeitung: Papier, Stift, Textverarbeitungsprogramme, fachspezifische Software, Präsentationssoftware usw.
  • Bearbeitungszeit: In einem festgelegten Zeitfenster oder Bearbeitung der Aufgabenstellung mit individueller Zeiteinteilung im Rahmen eines längeren Zeitraums
  • Antwort-Wahl-Verfahren: Nicht zutreffend
  • Hilfsmittel: Verwendung möglich
  • Einzel-/ Gruppenprüfung: Beides möglich
  • Vorbereitung: Prüfungsaufgaben sind vor der Prüfung bekannt oder unbekannt
  • Prüfungssysteme: Alle Systeme

Präsentation

Die Präsentation erfolgt mündlich unter Aufsicht und in einem festgelegten Zeitfenster. Die Studierenden können sich selbstständig auf das Thema oder die Aufgaben vorbereiten und während der Prüfung präsentieren sie ihre Ergebnisse. Beispiele für eine Präsentation sind: Referat, Kolloquium, (Fach-)Vortrag.

Mit den ii.oo-Merkmalen für Prüfungsformen wird eine Präsentation wie folgt charakterisiert:

  • Aufsicht: Immer unter Aufsicht
  • Prüfungsort: Präsenz- oder Fernprüfung möglich
  • Werkzeuge zur Bearbeitung: Papier, Stift, Textverarbeitungsprogramme, fachspezifische Software, Präsentationssoftware usw.
  • Bearbeitungszeit: Genau festgelegtes Zeitfenster während der Prüfung + individuelle Zeiteinteilung für die Erstellung der Präsentation
  • Antwort-Wahl-Verfahren: Nicht zutreffend
  • Hilfsmittel: Verwendung möglich
  • Einzel-/ Gruppenprüfung: Beides möglich
  • Vorbereitung: Prüfungsaufgaben sind vor der Prüfung bekannt
  • Prüfungssysteme: Moodle und/oder E-Portfoliosysteme

Schriftliche Prüfung (Klausur)

Schriftliche Prüfungen, häufig auch Klausur genannt, finden grundsätzlich unter Aufsicht statt und schließen in der Regel ein Modul ab. Als schriftliche Prüfungen können auch zeichnerische, gestalterische und künstlerische Prüfungen gelten sowie Prüfungen, bei denen Aufgabenstellungen unter Einsatz von Computern bearbeitet werden. Der Prüfungsort ist zunächst nicht festgelegt, so dass eine schriftliche Prüfung auch als Fernprüfung durchgeführt werden kann. Sie wird in einem ununterbrochenen Zeitfenster von z. B. 90 min durchgeführt. Es besteht keine Möglichkeit zu einer Gruppenarbeit. Die Prüfungsaufgaben werden zu Beginn der Prüfung bekannt gegeben.

Mit den ii.oo-Merkmalen für Prüfungsformen wird eine schriftliche Prüfung (Klausur) wie folgt charakterisiert:

  • Aufsicht: Immer unter Aufsicht
  • Prüfungsort: Präsenz- oder Fernprüfung möglich
  • Werkzeuge zur Bearbeitung: Papier, Stift, Textverarbeitungsprogramme, fachspezifische Software usw.
  • Bearbeitungszeit: Genau festgelegtes Zeitfenster
  • Antwort-Wahl-Verfahren: Möglich
  • Hilfsmittel: Verwendung möglich, werden vor der Prüfung durch die Lehrenden in einer Hilfsmittelliste festgelegt
  • Einzel-/ Gruppenprüfung: Einzelprüfung
  • Vorbereitung: Prüfungsaufgaben sind vor der Prüfung nicht bekannt
  • Prüfungssysteme: Moodle und/oder EXaHM

Take Home Exam

In der aktuellen Diskussion zu Prüfungsformen wird die Bezeichnung „Take Home Exam“ für Prüfungen, die ohne Aufsicht durchgeführt werden, verwendet. Anhand der charakteristischen Merkmale von ii.oo entspricht dies einer Ausarbeitung. Ein Take Home Exam funktioniert nach dem Prinzip von Open-Book-Prüfungen. Es dürfen verschiedene Materialien, wie etwa Bücher, Mitschriften oder Aufzeichnungen verwendet werden. Es werden in der Regel offene Aufgaben gestellt, die sich auf komplexe Problemlösungen beziehen. Dabei kann es sich um Fallanalysen, Bewertungen oder Reviews wissenschaftlicher Veröffentlichungen handeln. Die Antworten sind daher nicht standardisierbar und individuell. Zumeist ist auch das Internet als Hilfsmittel erlaubt, denn aufgrund der Komplexität der Prüfungsfragen können die Antworten in der Regel nicht schnell recherchiert werden. Um einen Austausch unter den Studierenden zu vermeiden, sollten individuelle Aufgaben gestellt werden oder die Zusammenarbeit der Studierenden ist ausdrücklich erlaubt. (vgl. Universität Paderborn 2021)

Mit den ii.oo-Merkmalen für Prüfungsformen wird ein Take Home Exam wie folgt charakterisiert:

  • Aufsicht: Ohne Aufsicht
  • Prüfungsort: An einem beliebigen Ort
  • Werkzeuge zur Bearbeitung: Papier, Stift, Textverarbeitungsprogramme, fachspezifische Software, Präsentationssoftware usw.
  • Bearbeitungszeit: Findet entweder in einem genau festgelegten Zeitfenster statt oder die Bearbeitung der Aufgabenstellung erfolgt mit individueller Zeiteinteilung im Rahmen eines längeren Zeitraums
  • Antwort-Wahl-Verfahren: Möglich
  • Hilfsmittel: Sind erlaubt
  • Einzel-/ Gruppenprüfung: In der Regel eine Einzelprüfung
  • Vorbereitung: Prüfungsaufgaben sind vor der Prüfung nicht bekannt
  • Prüfungssysteme: Moodle

Quelle:
Universität Paderborn: Take Home Exam – kleine Ausarbeitung (24-, 48- oder 72-Stunden-Arbeit); Abrufbar unter: https://www.uni-paderborn.de/lehre/corona-lehre/digitale-pruefformate/take-home-exam;
Stand: 05.01.2022