Good Practice Prof. Dr. Sven Warnke

  • Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt Fachdisziplin: Fakultät Angewandte Sozialwissenschaft
  • Prüfungsfach: Einführung in das Studium
  • Prüfungsform: Ausarbeitung & Präsentation
  • Prüfungssystem: Mahara
  • Teilnehmendenzahl: 38
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Die Studierenden erarbeiten über das Semester in Gruppen selbstständig die Lerninhalte und dokumentieren diese in einem E-Portfolio in Mahara.


Beschreibung der Prüfung

Im Rahmen der Prüfungsleistung werden die Lerninhalte von den Studierenden selbständig in Gruppen erarbeitet und in Form von Einzel-Portfolios in Mahara dokumentiert. Von allen Studierenden sind sieben frei zu gestaltende Portfolio-Seiten zu erbringen, die dem Lehrenden zum Ende des Semesters in Mahara in Form einer Sammlung zur Bewertung eingereicht werden
(rein summative Prüfungsleistung). Zudem ist zu jedem der sieben Themengebiete in schriftlicher Form eine Frage zu beantworten und in Moodle einzureichen. Die Beschreibung der Aufgaben und der Prüfungsleistung sowie die Kommunikation der Termine und Fristen erfolgen über den Moodle-Kursraum zur Lehrveranstaltung. Die Einreichung der Prüfungsleistung durch die Studierenden sowie die Bewertung und Archivierung durch den Lehrenden finden in Mahara statt.
Zur Bewertung der Prüfungsleistung und des Kompetenzerwerbs der Studierenden werden die einzureichenden Portfolios (je sieben Seiten, in einer Sammlung zusammengefasst) auf Vollständigkeit überprüft. Die Prüfung gilt als bestanden, wenn alle sieben in Mahara einzureichenden Portfolio-Seiten vorliegen und die Fragen zu den einzelnen Themengebieten beantwortet sind.

Anwendung des Constructive Alignment

In dieser Lehrveranstaltung erwerben die Studierenden Kompetenzen im Bereich der folgenden Lernziele (Taxonomiestufen 1-4 nach Anderson & Krathwohl):

Die Studierenden kennen und verstehen grundlegende Anforderungen in Bezug auf Studiengang und Prüfungsformate sowie zum wissenschaftlichen Arbeiten, zur Literatur- und Quellenarbeit, zu Lerntheorien, zum Zeitmanagement und zur Reflexion.

Sie sind darüber hinaus in der Lage, dieses Wissen auch anzuwenden und ihr eigenes Lernverhalten zu reflektieren, sowie kritisch zu hinterfragen.

Zum Erwerb dieser Kompetenzen ist es zielführend, wenn diese von den Studierenden selbständig in Gruppen erarbeitet und in Form von Einzel-Portfolios in Mahara dokumentiert werden. Im Sinne des Constructive Alignment bietet es sich daher an, dass die Studierenden als Prüfungsleistung ihre Lernergebnisse im Einklang mit den Lehr-Lern-Methoden in Form einer selbst erstellten Sammlung aus verschiedenen medialen Elementen (Portfolio) erbringen.

Erkenntnisse

Da der Lehrende in den vergangenen beiden Semestern Mahara in drei Lehrveranstaltungen erfolgreich eingesetzt hat und diese Lehrveranstaltung nun im Rahmen des Projektes in dieser Form zum zweiten Mal durchgeführt wird, bestehen bereits gewisse Vorerfahrungen. Der Aufwand für Support durch den Lehrenden und das Zentrum Digitale Lehre (ZDL) konnte also im Vergleich zu den vergangenen Semestern reduziert werden.

Der Betreuungsaufwand der beiden Mitarbeiter des ZDL für diese Lehrveranstaltung lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Für die Vorbereitung fielen vor Semesterbeginn 2 Personenstunden an.
  • Für die Einführung der Studierenden in das System fielen zu Semesterbeginn 2 Personenstunden an.
  • Für die Betreuung der Studierenden fielen semesterbegleitend 4 Personenstunden an.
  • Für die Auswertung der Prüfungsleistungen fielen zu Semesterende 2 Personenstunden an.

 

Mahara wurde als neues System an der THWS erstmals im Wintersemester 2022/2023 unter anderem in dieser Lehrveranstaltung eingesetzt. Mittlerweile besteht ein umfangreiches Paket an Materialien und Handreichungen zur Nutzung des Systems und die Gruppeneinstellungen zur Einreichung und Archivierung wurden optimiert. Dennoch bleibt es für diese Lehrveranstaltung eine Herausforderung, dass es sich für die Studierenden (im ersten Semester) um ein neues System handelt, zu dessen Nutzung kaum (bis keine) Vorerfahrungen vorhanden sind. Eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Mahara im Lehr- und Prüfungskontext ist nämlich ein sicherer Umgang aller Studierenden mit einem im Idealfall selbsterklärenden System – da leider nicht gewährleistet werden kann, dass alle Studierenden an der Einführungsveranstaltung teilnehmen und sich bei Problemen auch melden.
Durch den Einsatz einer Portfolio-Prüfung mit Mahara sind in dieser Lehrveranstaltung die Voraussetzungen für kompetenzorientiertes Lehren, Lernen und Prüfen erstmalig gegeben. Auch die räumliche Erweiterung des Prüfungsraumes (auf beispielsweise die Bibliothek oder den Vorlesungssaal) bringt zahlreiche Vorteile mit sich.
Für die Zukunft dieser Lehrveranstaltung ist es daher erstrebenswert, Mahara weiterhin einzusetzen. Auch für andere Veranstaltungen des Lehrenden bietet es sich an, kompetenzorientierte E-Portfolio-Prüfungen mit Mahara umzusetzen und weiterzuentwickeln. Dies ist allerdings nur mit dem entsprechenden Support durch das ZDL möglich. Auch wäre in Zukunft eine Möglichkeit für automatisierte Prüfungsbewertungen (mit Hilfe einer KI) und die Integration von Peer-Feedback wünschenswert.